Gedanken zum 15. Sonntag nach Trinitatis

19.09.2020

Gedanken zum 15. Sonntag nach Trinitatis

Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch.                                                         1. Petr. 5,7

Liebe Schwestern und Brüder!

Was für ein tröstliches und Mut machendes Wort, das uns hier in unserem heutigen Wochenspruch begegnet. Und das nicht nur für die Menschen damals zur Zeit des Apostel, als man versuchte, sich als kleine Gemeinde in einem großen heidnischen Umfeld zu positionieren. Nein,  auch für uns heute, die wir uns durch die nicht Enden wollende Zeit der Pandemie immer neuen Herausforderungen ausgesetzt sehen. Waren es damals Fragen nach der eigenen Identität, nach dem Bestehen als christlicher Sekte nach dem Überleben in der beginnenden Verfolgungssituation, so sind es heute Fragen nach dem Erhalt unserer Gemeinschaften im christlichen Raum. Wir fragen nach unseren Gottesdiensten unter den jeweils neuen Hygienebedingungen und nach unserer Arbeit in unseren musikalischen Chören, sei es in unseren Posaunenchören oder auch in unseren Gesangschören. Weihnachten steht schon vor der Tür, auch wenn wir gerade einmal im September sind. Viele fragen; Wie werden wir Weihnachten feiern können, und vor allen Dingen, wo können wir unsere Gottesdienste abhalten? Hinzu kommt die zunehmende Unzufriedenheit in unserer Stadt, in unserem Land und in vielen Gemeinde. Ist Corona wirklich so schlimm wie immer behauptet wird? Protestaktionen, die von Freiheitsberaubung und „Lügenpresse“ sprechen, machen uns Angst in diesen Tagen. Wer nüchtern ist, der kann die neusten Fallzahlen nicht übersehen. Corona ist da und der Virus ist gefährlich und erfordert alle unsere Vorsichtsmaßnahmen. Und trotzdem bleibt die Frage danach, wie es weitergehen soll. „All eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch“ so sagt es der Apostel in unserem Wochenspruch. Ich denke, dass das nicht bedeutet, die Hände in den Schoss zu legen und einmal abzuwarten, was da so alles noch kommt. Unsere Sorge auf Gott zuwerfen, hat nichts mit Fatalismus zu tun, wohl aber mit Vertrauen und Zuversicht. Es gibt Situationen, die man einfach nicht im Griff hat, Wer kennt das nicht? Alles sieht gut aus und ist in Ordnung, und dann kommt plötzlich das Unglück. Die Nachricht vom Tode eines geliebten Menschen, eine unerwartete Krankheit oder aber einfach eine Unaufmerksamkeit und man liegt auf der Erde, weil man gefallen ist und alles tut weh oder hat sich sogar noch etwas gebrochen. Was nun folgt sind Ratlosigkeit, Krankenhausaufenthalte, Behinderung und Schmerzen. Und dann kommt immer wieder der Satz, der nicht weiterhilft; „Wer hätte das gedacht! Aber so kann´s kommen“. Das hilft nicht aber es macht unsere Hilflosigkeit deutlich in solchen Momenten. Das Apostel sagt, dass es für Gott kein Unglück gibt, in dem er nicht da ist und das er in seine gütigen Hände nimmt. Über all unserem Tun steht dann er mit seiner Hilfe. Für ihn gibt es keine ausweglosen Situationen.  Ich finde, es ist ein beruhigendes Gefühl, nicht alles selber regeln zu müssen, sich allein auf seinen Verstand verlassen zu müssen, sondern Sorge abgeben zu dürfen an den, der ganz für uns da sein will. Das hat er uns in Christus gezeigt. Ich finde es immer wieder sehr beruhigend, wenn in Zeiten, wo mir die Sorgen über den Kopf wachsen, ein Freund kommt und sagt: Darum musst du dich jetzt nicht kümmern, dafür ist gesorgt. Wunderbar, denke ich dann ,eine Sorge weniger. Bei Gott ist das so, er sagt uns jeden Tag: Um das, was du nicht ändern kannst, brauchst du dich nicht zu kümmern, ich mach das schon.  Von daher heißt die Devise für die nächste Woche nicht: Kopf hoch, das wird schon, sondern: All eure Sorge werfet auf ihn, denn er ist für euch da, er sorgt für euch!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine gesegnete Woche.     

Euer P. Gräwe