Berichte

Erste Bläseraktivitäten unter Corona-Bedingungen in Obernbeck

Erstmals nach 10 Wochen Kontaktsperre traf sich der Posaunenchor Obernbeck zu seiner üblichen Probenzeit unter ganz besonderen Bedingungen. Nachdem zu Himmelfahrt im Frühgottesdienst die ersten Bläserklänge im Ulenburger Wald zu hören waren und die neuen aktuellen Infektionsschutzverordnungen nun mit drei Meter Abstand auch das Singen im Freien erlauben, hat sich der Vorstand des Chores per Videokonferenz umgehend abgestimmt, möglichst schnell einen Freiluft-Gottesdienst mit Bläserbegleitung zu ermöglichen. Das dazu aber auch geprobt werden muss, ist selbstverständlich. Proben und Treffen in einer großen Gruppe im Gemeindehaus ist aber weiterhin untersagt. So kam man auf die Idee unter den gottesdienstähnlichen Schutzkonzeptbedingungen eine musikalische Bläserandacht im Freien durchzuführen. Auf dem großen Parkplatz an der Kirchwiese ist für zehn Bläser in jeder Parkbucht genügend Platz, um die Abstandsbedingungen einzuhalten. Unter dem großen Corona-Gedenkgeläut der Glocken C – Es und B wurden die ersten zaghaften Anspieltöne ausprobiert. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Kantorin Elvira Haake begann die  musikalische Andacht mit verschiedenen  Choralbearbeitungen zu den für den Freiluft-Gottesdienst vorgesehenen Liedern. Da leider nur eine kleine Bläsergruppe zu gelassen ist, wurde bei dem einen und anderen Stück ein zuhörender Bläser  „eingewechselt“. Auch die Abstandsbedingungen machten das  „aufeinander hören“ nicht einfacher, so dass es umso mehr auf das klare Dirigat der Kantorin ankam. Dann folgte eine Lesung, eine Auslegung von einem Mitbläser und  dem abschließenden, gemeinsamen Gebet „Vater unser“. Und zum Schluss wurde dann der Choral: „ Komm Herr segne uns – EG170“ gespielt. Zum Abschied erklang dann die Pop-Ballade von Christoph Georgii „ Ich bin bei euch alle Tage“. Und unerwarteter Weise konnten man aus den Fenstern in der Nachbarschaft, wie zur Bestätigung und Dank für unseren ersten Bläsereinsatz, Applaus hören.

Jungbläserunterricht ist wieder möglich

Am 4. Mai trat eine Coronaschutzverordnung des Landes NRW in Kraft, das u.a. Musikschulen sowie sonstigen öffentlichen, behördlichen und privaten außerschulischen Bildungseinrichtungen (sind wir doch wohl bei Kirchens?) wieder Unterricht erlaubte (Zitat): „wenn bei der Durchführung geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zur Gewährleistung eines

Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen und zur Begrenzung des Zutritts zu

Schulungsräumen auf maximal eine Person pro fünf Quadratmeter Raumfläche sichergestellt

sind…. In Musikschulen ist nur Einzelunterricht zulässig, in atmungsaktiven Fächern (Gesang, Blasinstrumente) ist eine Raumgröße von mindestens zehn Quadratmetern pro Person vorzusehen“.

Platz haben wir genug im Gemeinderaum unter der Kirche. Der Raum steht mir den ganzen  Mittwochnachmittag zur Verfügung. Wasser und Seife sind auch da. Also Ärmel hoch und ein eigenes Schutzkonzept entwickelt. Das sah am Ende für meine z.Z. fünf Jungbläser so aus:

 

-        nur Einzelunterricht

-        Zwischen den Unterrichtseinheiten 10 Minuten Pause. Falls jemand zu früh kommt, draußen warten, bis der vorherige Schüler weg ist und ich kurz quer gelüftet habe. Je nach Außentemperatur kann ein Fenster wahrscheinlich auch ständig offen sein.

-        Jedes Kind hat sich bei Eintreffen und vor dem Verlassen der Unterkirche die Hände gründlich zu waschen. Für mich gilt das ebenfalls zwischen den Unterrichtseinheiten.

-        Ich halte sehr großen Abstand, trage Maske und benutze kein Instrument. Anweisungen und Korrekturen werden nur mündlich erteilt.

-        Ich setze die Schüler im rechten Winkel zu mir, damit sie mich nicht direkt anblasen.

-        Wenn ein Kind oder jemand in der Familie krank ist oder Erkältungssymptome hat, abmelden und zuhause bleiben.

 

Dieses Konzept habe ich den Eltern geschickt und sie gebeten, zuzustimmen und den Kindern die Regeln zu erklären. Das hat gut funktioniert. Die Kinder kamen alle pünktlich an, wuschen sich widerspruchslos die Hände und verhielten sich sehr diszipliniert. Ich setzte sie so, dass sie auf ein offenes Fenster zu spielten. Jeder hatte 35 Minuten Unterricht, dann waren 10 Minuten Pause zum Lüften, und damit sie sich nicht begegnen.

Der Unterricht ohne Instrument ist bei mir im Moment gut möglich, weil die Jungbläser schon alle fortgeschritten sind, da muss ich nicht mehr unbedingt vorturnen. Vier von ihnen sind kurz davor, in den Posaunenchor zu kommen, haben bereits Proben besucht und einzelne Auftritte mitgespielt. Bei wirklichen Anfängern, die mit der Tonbildung noch nicht so weit sind, wäre es ohne Instrument kaum durchführbar.

Anfang April hatte ich Skype-Unterricht angeboten, was leider nur von zwei Schülerinnen wahrgenommen wurde und auch sehr gut geklappt hat. Bei den anderen sind die Eltern nicht sehr computeraffin und haben sich da wohl nicht dran getraut. Deshalb war ich sehr froh, die Kinder jetzt wieder direkt vor mir zu haben. Bis auf Weiteres werde ich so weitermachen und keine neuen Jungbläser annehmen. Das ist schade, aber wichtiger ist mir, dass die fünf, die jetzt schon so weit gekommen sind, nicht aufhören, weil sich nichts tut. Ich lasse sie jetzt schon regelmäßig Choräle spielen, die zu den gerade durchgenommenen Tonarten passen. Wenn wir durch die Bläserschule durch sind, lege ich Choräle und andere Noten auf, die im Posaunenchor oft gespielt werden. Wenn es dann mit den Proben wieder losgehen darf, sind sie hoffentlich fit für die Praxis.

 

Übrigens haben meine vier „Großen“ alle beim Osterflashmob mitgemacht! „Christ ist erstanden“ hatten sie schon mit dem Posaunenchor zusammen geübt, weil sie Ostern eigentlich mitspielen sollten. Zwei Brüder haben mit Trompete und Posaune gemeinsam gespielt, Melodie und Bass, die anderen beiden jeweils alleine. Da kann ich nur sagen: Daumen hoch!

 

Beate Ullrich, Posaunenchor Hüsten

Jahresberichte 2019

Die Jahresberichte 2019 des Landesobmanns Peter Gräwe und des Landesposaunenwartes Ulrich Dieckmann  stehen nun hier zum Download bereit.

Hier haben wir eine Sammlung von Berichten über Seminare, Lehrgänge und andere Veranstaltungen zusammengestellt

 

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